Didaktischer Hintergrund

Theoretische Prämissen: Es ist davon auszugehen, dass Kollokationen durch eine zusätzliche bildliche und dadurch nicht ausschließlich “abstrakte” Vermittlung leichter erlernt und memorisiert werden können. Aus diesem Grund sollen in unserem Lernwortschatz einige ausgewählte Kollokationsbeispiele durch bildliche Darstellungen ihrer Konzeptualisierungen veranschaulicht werden.

Welche Kollokationen eignen sich für bildliche Darstellungen? Nicht alle Kollokationen eignen sich zur Anfertigung von Zeichnungen, sondern hauptsächlich solche, deren Kollokator mehrdeutig (polysem) ist und eine metaphorische Übertragung im Vergleich zu seiner Ausgangsbedeutung erfahren hat. Die dahinter stehende Bildlichkeit muss dabei noch klar erkennbar und zeichnerisch darstellbar sein, wie im Falle von il dente balla (der Zahn wackelt, wörtl.: "tanzt").

Wie entstehen die Bilder? Die Bilder zur Darstellung der Konzeptualisierung ausgewählter italienischer Kollokationen wurden/werden von Schülerinnen und Schülern im Rahmen diverser öffentlicher Veranstaltungen sowie auf Grund von Kooperationen mit Tiroler Schulen angefertigt.

Anzahl der bisher erstellten Zeichnungen: Bis dato wurden insgesamt bereits über 1000 Zeichnungen seitens Tiroler Schülerinnen und Schülern erstellt:

  • Aktionstag Junge Uni, November 2009: 157 Zeichnungen
  • Lange Nacht der Forschung, November 2009: 71 Zeichnungen
  • Aktionstag Junge Uni, November 2010: 209 Zeichnungen (inkl. Zeichnungen zu Phraseologismen anderer Sprachen)
  • Volksschule Innere Stadt Innsbruck, Oktober 2011: 12 Zeichnungen
  • Aktionstage Junge Uni, November 2011, SchülerInnentag: 199 Zeichnungen
  • Aktionstage Junge Uni, November 2011, Familientag: 59 Zeichnungen
  • Neue Mittelschule Königsweg Reutte, Dezember 2011 (Italienisch- und Kreativgruppe): 48 Zeichnungen
  • Volksschule Innere Stadt, Februar 2012: 15 Zeichnungen
  • Neue Mittelschule Dr. Fritz Prior, März 2012: 7 Zeichnungen
  • Tiroler Nacht der Forschung, Bildung und Innovation, April 2012: 45 Zeichnungen
  • HLW Reutte, Juni 2012: 24 Zeichnungen
  • Neue Mittelschule Königsweg Reutte, Juni 2012 (Italienisch- und Kreativgruppe): 33 Zeichnungen
  • Bundesrealgymnasium Adolf-Pichler-Platz, Jänner 2013: 26 Zeichnungen
  • Neue Mittelschule Stams-Rietz, April 2013: 47 Zeichnungen
  • Aktionstage Junge Uni, November 2013, SchülerInnentag: 109 Zeichnungen
  • Aktionstage Junge Uni, November 2013, Familientag: 29 Zeichnungen

Methode: Bei der Erstellung der Bilder wird jeweils von der Ausgangs- bzw. wörtlichen Bedeutung des Kollokators ausgegangen (bei il dente balla - der Zahn wackelt z.B. von ballare im Sinne von 'tanzen'). Eines der bisher beliebtesten Beispiele war der 'tanzende' (wackelnde) Zahn, ebenso der Nagel, der im Italienischen nicht eingeschlagen, sondern 'eingepflanzt' wird, oder das Radio, das beim Einschalten wörtlich genommen 'angezündet' wird.

Produktives Erstellen von Illustrationen im Lernprozess: Im Rahmen unserer Kooperationen mit Schulen und sonstigen Aktivitäten werden die jeweiligen Illustrationen von den Schüler/inne/n während des Lernprozesses produktiv bzw. aktiv erstellt, was unserer Erfahrung nach zu einem besonders großen Lernerfolg führt und vor allem auch Interesse und Motivation bei den Schüler/inne/n hervorruft.

Rezeptiver Einsatz der Illustrationen im Lernwortschatz: Beim Integrieren der entstandenen Illustrationen in unseren Lernwortschatz werden diese den Lerner/inne/n zum Zweck der Lernerleichterung und des besseren Memorisierens hingegen “rezeptiv” vorgesetzt (natürlich aber können die Lerner/innen, eventuell auch auf Anleitung einer Lehrperson, nach dem Vorbild der im Buch abgebildeten Zeichnungen selbst solche anfertigen). Das Endergebnis besteht - sowohl beim aktiven Erstellen als auch beim passiven Betrachten einer Illustration - jeweils im “Sehen” der Bildlichkeit hinter einer Kollokation: Zuerst sieht man tatsächlich das konkrete Bild, und im Anschluss daran wird das Bild im Gedächtnis abgespeichert, d.h. der / die Lerner/in “sieht” das Bild nun (auch) geistig vor sich und die Wendung wird mit dem betreffenden Bild assoziiert.

Wortverbindungen der italienischen und deutschen Sprache im Vergleich. Ein Forschungsprojekt.