Schlagwort-Archiv: Lernwortschatz

Projektbeschreibung

Von 'hinkenden' Stühlen, 'tanzenden' Zähnen und 'verlorenen' Verkehrsmitteln. Erarbeitung eines Lernwortschatzes der wichtigsten lexikalischen Kollokationen des Italienischen für deutschsprachige L2-Lerner/innen.

Projektziel: Das Ziel des von der Autonomen Provinz Bozen - Südtirol (Abteilung Bildungsförderung, Universität und Forschung) geförderten Projekts, welches am Institut für Romanistik der Universität Innsbruck von Dr. Christine Konecny (Projektleiterin) und Mag. Erica Autelli durchgeführt wird, besteht in der Erfassung und Darstellung italienischer Kollokationen im Vergleich mit ihren deutschen Äquivalenten. Die Lemmata, zu denen jeweils die Kollokationen gesucht werden, beschränken sich zunächst auf einen Grundwortschatz von ca. 900-1100 substantivischen Basen. Die gesammelten Kollokationen werden in einer Datenbank erfasst und sollen 2017 in Form eines Lernwortschatzes als Buch publiziert werden.

Theoretischer Hintergrund: Hinsichtlich seiner theoretischen Grundlagen basiert das Projekt zu einem Großteil auf den Forschungsergebnissen der Dissertation von Christine Konecny, welche 2010 beim Verlag Martin Meidenbauer (München) publiziert und bereits mehrfach ausgezeichnet wurde, so u.a. mit dem "Premio Giovanni Nencioni 2012” seitens der Accademia della Crusca und dem "Preis der Landeshauptstadt Innsbruck für wissenschaftliche Forschung an der Universität Innsbruck 2008”. In den vergangenen Jahren wurden von den Projektmitarbeiterinnen außerdem zahlreiche Vorträge gehalten und wissenschaftliche Aufsätze publiziert (vgl. "Publikationen”). Für nähere Informationen zur Kollokationsauffassung im Rahmen dieses Projektes siehe "Unsere Kollokationskonzeption”.

Methode: Die ca. 900-1100 substantivischen Basen, zu denen die Kollokationen gesammelt werden, sind dem italienischen Grundwortschatz entnommen, so wie er im Dizionario di base della lingua italiana (DIB) von Tullio De Mauro und Gian Giuseppe Moroni (1996) festgehalten ist. Von den insgesamt etwa 1100 Substantiven weisen ca. 200 eine wortkategorielle Mehrfachzugehörigkeit auf, d.h. sie können sowohl als Substantive als auch als Vertreter anderer Wortkategorien (z.B. als Adjektive) auftreten. Um zu einer einigermaßen vollständigen Liste der Kollokationen einer substantivischen Basis zu gelangen, werden drei verschiedene Methoden angewandt: (1) die Konsultation verschiedener, bereits bestehender (mono- und bilingualer) Wörterbücher, (2) die muttersprachliche Introspektion der Projektmitarbeiterinnen (als muttersprachliche Sprecherinnen des Italienischen bzw. Deutschen) und (3) die Konsultation geeigneter linguistischer Korpora.

Verwendung von Illustrationen: Zur besseren Anschaulichkeit sowie zur Erleichterung des Memorisierens bestimmter Kollokationen ist beabsichtigt, einige Beispiele zusätzlich bildlich zu verdeutlichen, und zwar anhand entsprechender Illustrationen, welche bei diversen Veranstaltungen an der Universität Innsbruck im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit (z.B. Aktionstage Junge Uni und Lange Nacht der Forschung) sowie infolge von Kooperationen mit mehreren Schulen im Tiroler Raum von Schülerinnen und Schülern im Alter von 9-18 Jahren angefertigt wurden.

Innovatives Potential: Das Phänomen der Kollokationen hat in der italienischen Lexikographie und Didaktik erst in jüngerer Zeit vermehrt Beachtung gefunden, ganz im Gegensatz z.B. zur Französistik, der Angloamerikanistik und der Hispanistik, wo die zentrale Bedeutung der Kollokationen schon seit Längerem erkannt wurde und bereits entsprechende Kollokations- bzw. Kontextwörterbücher existieren. Für das Italienische gibt es zwar mehrere Sammlungen italienischer Redewendungen im Allgemeinen, in welchen neben anderen Arten von Wortverbindungen zumindest teilweise auch Kollokationen erfasst werden, ein spezieller, auf einen Sprachvergleich zwischen dem Italienischen und dem Deutschen hin ausgerichteter Lernwortschatz wurde bis jetzt allerdings noch nicht publiziert. Unser Projekt soll daher eine klaffende Lücke in der italianistischen Forschungslandschaft füllen und stellt ein Novum in der Lexikographie und Fremdsprachendidaktik sowie im Sprachvergleich Italienisch-Deutsch ganz generell dar.

Zielpublikum: Die geplante Kollokationssammlung richtet sich an Italienisch- und Deutsch-Lernende, Italienisch- und Deutsch-Lehrende, aber auch an Übersetzer- und Dolmetscher/innen, ist daher sowohl als Lern- als auch Lehrhilfe konzipiert. Darüber hinaus soll sie dazu beitragen, ein verstärktes Bewusstsein für die Wichtigkeit sprachspezifischer Kollokationen beim Sprachenlernen auch im Bereich der Lernerlexikographie Italienisch-Deutsch zu schaffen.

Relevanz für die Regionen Tirol und Südtirol: Am Institut für Romanistik der Universität Innsbruck drängt sich der Sprachvergleich im Allgemeinen (sowie im Besonderen jener im Bereich der Kollokationen) im Rahmen der Italianistik als Betätigungsfeld nahezu auf, insofern wir uns geographisch an einer Schnittstelle zwischen germanischer und romanischer Welt befinden. Italien liegt sozusagen “vor unserer Haustüre”, und viele unserer Italienisch-Studierenden kommen aus Südtirol, d.h. einer Gegend, wo die Zweisprachigkeit Deutsch-Italienisch ein sozio-politisches Faktum ist. Jene unserer Studierenden, welche aus den ladinischsprachigen Tälern Südtirols stammen, sind sogar mit einer de-facto-Dreisprachigkeit aufgewachsen, die nicht nur individuell und gesellschaftlich, sondern (durch die dreisprachige Pflichtschule und die drei Landessprachen als Amtssprachen) auch institutionell fest verankert ist. Erkenntnisse im Rahmen der sprachvergleichenden Forschungsarbeit zu Kollokationen lassen sich daher fruchtbringend auch in die universitäre Lehre integrieren, weil dafür bei unseren Studierenden a priori eine entsprechende Sensibilität und ein gewisses Interesse vorausgesetzt werden können. Indem der geplante Lernwortschatz die in Südtirol u.a. verwendeten Sprachen Italienisch und Deutsch als gleichwertig nebeneinander stellt, hat er gleichzeitig einen Signalwert, insofern er Mehrsprachigkeit als einen sozio-kulturellen Mehrwert erkennen lässt und gleichzeitig einen Beitrag zum friedlichen Zusammenleben der verschiedenen Sprachgruppen in Südtirol leistet.

Weitere Kooperationen

Weitere Kooperationen bestehen mit folgenden Institutionen (assoziierte Kooperations­partner):

Darüber hinaus bestehen auch Kooperationen mit diversen Südtiroler Bibliotheken (assoziierte Kooperationspartner), in denen der entstehende Lernwortschatz italienischer Kollokationen nach seinem Erscheinen in Form einer Buchpräsentation vorgestellt werden soll:

 

Lernwortschatz

Buchpublikation: Die italienischen Kollokationen, die in einer speziell dafür erstellten Datenbank erfasst werden, werden 2015 beim Verlag Helmut Buske (Hamburg) in Form eines Lernwortschatzes bzw. Wörterbuches publiziert.

Auswahl der Lemmata und Kollokationen: Der Auswahl italienischer Kollokationen für unseren Lernwortschatz wird ein strukturelles Kriterium zu Grunde gelegt, insofern ausschließlich solche Kollokationen erfasst werden, deren Basen Substantive darstellen, was auf die morpho-syntaktischen Typen 1-4 (aufgelistet unter “Unsere Kollokationskonzeption”) zutrifft. Die Anzahl der Basen (= gleichzeitig Lemmata des Lernwortschatzes) beschränkt sich zunächst auf ca. 900-1100 Substantive, die dem italienischen Grundwortschatz des Dizionario di base della lingua italiana (DIB) von De Mauro / Moroni (1996) angehören. Die Entscheidung, welche Lexemverbindungen überhaupt als Kollokationen zu klassifizieren und in den Lernwortschatz aufzunehmen sind, wird von den Projektmitarbeiterinnen selbst bzw. bei jeder Verbindung eigens getroffen, wobei als generelle Richtlinie die Zugehörigkeit zu einem der 5 semantischen Kollokationstypen (aufgelistet unter “Unsere Kollokationskonzeption”) gelten kann.

Nachschlagewerk und aktive Lernhilfe: Der Lernwortschatz soll einerseits als Nachschlagewerk dienen, andererseits aber auch und vor allem als “aktive” Lernhilfe für L2-Lerner/innen sowie als Hilfsmittel für Fremdsprachenlehrer/innen. Dadurch, dass die Kollokationen in zwei Spalten angeordnet werden (in der rechten Spalte findet sich jeweils die deutsche Entsprechung zum italienischen Teil in der linken Spalte), haben die Lerner/innen u.a. die Möglichkeit, eine der beiden Spalten abzudecken und zu überprüfen, was sie bereits gelernt haben bzw. wissen.

Illustrationen: Zur besseren Anschaulichkeit und Erleichterung des Memorisierens werden einige Kollokationen zusätzlich anhand entsprechender Bilder verdeutlicht, die von Tiroler Kindern und Jugendlichen im Rahmen von Kooperationen mit Schulen sowie bei öffentlichen Veranstaltungen angefertigt wurden (siehe auch “Illustrationen”).

Aufbau der Einträge: Innerhalb eines Eintrages sind die Kollokationen nach den morpho-syntaktischen Typen 1-4 angeordnet, und innerhalb dieser richtet sich die Ordnung der Kollokationen jeweils alphabetisch nach dem Anfangsbuchstaben des Kollokators. Besonderes Augenmerk wird bei den Einträgen auf die Bewusstmachung von Unterschieden zwischen den italienischen und deutschen Kollokationen gelegt, wodurch sich ein größtmöglicher Nutzen bzw. Lerngewinn für die L2-Lerner/innen ergeben soll:

  • Zum besseren Nachvollzug der Bildlichkeit einer italienischen Kollokation wird (im Falle polysemer Kollokatoren) in Klammern unter Anführungszeichen auch ihre wörtliche Übersetzung ins Deutsche angegeben (ausgehend von der Grundbedeutung des Kollokators). Damit kann gezeigt werden, wie fehleranfällig die wörtliche Übertragung vom Italienischen ins Deutsche (bzw. umgekehrt) sein kann: z.B. il dente balla ‘der Zahn wackelt’, wörtl.: “tanzt”.
  • Für jede Kollokation wird ein Beispielsatz (inklusive deutscher Übersetzung) angeführt, um ihren Gebrauch in einem konkreten Kontext zu veranschaulichen. Bei sämtlichen Beispielen wird darauf geachtet, dass sie gebräuchlich bzw. nicht “konstruiert” und auch inhaltlich ansprechend sind. Zu diesem Zweck werden authentische Textbeispiele mittels Google gesucht, die von Erica Autelli als italienischer Muttersprachlerin stets überprüft, gegebenenfalls modifiziert und von Christine Konecny anschließend ins Deutsche übersetzt werden.
  • Kann eine Kollokation zugleich in mehreren Strukturtypen auftreten, so werden diese unter einem einzigen Eintrag zusammengefasst: z.B. otturare (auch: piombare) un dente / un dente otturato (auch: piombato) ‘einen Zahn plombieren (auch [seltener]: füllen, mit einer Füllung versehen)’ / ‘ein plombierter Zahn’.
  • Wenn es mehrere alternative Kollokatoren gibt, werden diese in Klammern angeführt: z.B. levare un dente ‘einen Zahn ziehen’, aber auch: cavare, estirpare, estrarre, strappare, togliere un dente.
  • Die Benutzer können unter einem Eintrag nicht nur die Kollokatoren einer bestimmten Basis in Erfahrung bringen, sondern gegebenenfalls durch Verweise auch die mit einem Kollokator verbundenen weiteren Basen: vgl. piantare i denti (nella mano a/di qcn.) ‘(jmdm.) (z.B. in die Hand) beißen’, wo auf den Eintrag chiodo verwiesen wird, unter dem sich die Kollokation piantare un chiodo ‘einen Nagel einschlagen’ findet.
  • Wenn zwei (oder mehrere) Kollokatoren Antonyme (Gegensatzwörter) darstellen, werden diese ebenfalls unter einem einzigen Eintrag zusammengefasst (mit dem Verweis “VS.” für ‘versus’): z.B. il dente aguzzo (auch: affilato) VS. il dente ottuso ‘der scharfe Zahn’ VS. ‘der stumpfe Zahn’.
  • In bestimmten Fällen finden sich auch Angaben zur Frequenz und zum Register der Kollokationen, z.B. wenn sie nur sehr selten, typischerweise in der Umgangssprache oder nur in pejorativer (abwertender) Bedeutung gebraucht sind (diese Angaben erheben jedoch nicht den Anspruch auf Vollständigkeit): [selten], [ugs.], [pej.], usw.

Vorschau: Im Folgenden wird eine Vorschau auf den Eintrag des Lemmas dente ('Zahn') im geplanten Lernwortschatz geboten (für eine bessere Auflösung Eintrag anklicken und anschließend vergrößern):

Didaktischer Hintergrund

Theoretische Prämissen: Es ist davon auszugehen, dass Kollokationen durch eine zusätzliche bildliche und dadurch nicht ausschließlich “abstrakte” Vermittlung leichter erlernt und memorisiert werden können. Aus diesem Grund sollen in unserem Lernwortschatz einige ausgewählte Kollokationsbeispiele durch bildliche Darstellungen ihrer Konzeptualisierungen veranschaulicht werden.

Welche Kollokationen eignen sich für bildliche Darstellungen? Nicht alle Kollokationen eignen sich zur Anfertigung von Zeichnungen, sondern hauptsächlich solche, deren Kollokator mehrdeutig (polysem) ist und eine metaphorische Übertragung im Vergleich zu seiner Ausgangsbedeutung erfahren hat. Die dahinter stehende Bildlichkeit muss dabei noch klar erkennbar und zeichnerisch darstellbar sein, wie im Falle von il dente balla (der Zahn wackelt, wörtl.: "tanzt").

Wie entstehen die Bilder? Die Bilder zur Darstellung der Konzeptualisierung ausgewählter italienischer Kollokationen wurden/werden von Schülerinnen und Schülern im Rahmen diverser öffentlicher Veranstaltungen sowie auf Grund von Kooperationen mit Tiroler Schulen angefertigt.

Anzahl der bisher erstellten Zeichnungen: Bis dato wurden insgesamt bereits über 1000 Zeichnungen seitens Tiroler Schülerinnen und Schülern erstellt:

  • Aktionstag Junge Uni, November 2009: 157 Zeichnungen
  • Lange Nacht der Forschung, November 2009: 71 Zeichnungen
  • Aktionstag Junge Uni, November 2010: 209 Zeichnungen (inkl. Zeichnungen zu Phraseologismen anderer Sprachen)
  • Volksschule Innere Stadt Innsbruck, Oktober 2011: 12 Zeichnungen
  • Aktionstage Junge Uni, November 2011, SchülerInnentag: 199 Zeichnungen
  • Aktionstage Junge Uni, November 2011, Familientag: 59 Zeichnungen
  • Neue Mittelschule Königsweg Reutte, Dezember 2011 (Italienisch- und Kreativgruppe): 48 Zeichnungen
  • Volksschule Innere Stadt, Februar 2012: 15 Zeichnungen
  • Neue Mittelschule Dr. Fritz Prior, März 2012: 7 Zeichnungen
  • Tiroler Nacht der Forschung, Bildung und Innovation, April 2012: 45 Zeichnungen
  • HLW Reutte, Juni 2012: 24 Zeichnungen
  • Neue Mittelschule Königsweg Reutte, Juni 2012 (Italienisch- und Kreativgruppe): 33 Zeichnungen
  • Bundesrealgymnasium Adolf-Pichler-Platz, Jänner 2013: 26 Zeichnungen
  • Neue Mittelschule Stams-Rietz, April 2013: 47 Zeichnungen
  • Aktionstage Junge Uni, November 2013, SchülerInnentag: 109 Zeichnungen
  • Aktionstage Junge Uni, November 2013, Familientag: 29 Zeichnungen

Methode: Bei der Erstellung der Bilder wird jeweils von der Ausgangs- bzw. wörtlichen Bedeutung des Kollokators ausgegangen (bei il dente balla - der Zahn wackelt z.B. von ballare im Sinne von 'tanzen'). Eines der bisher beliebtesten Beispiele war der 'tanzende' (wackelnde) Zahn, ebenso der Nagel, der im Italienischen nicht eingeschlagen, sondern 'eingepflanzt' wird, oder das Radio, das beim Einschalten wörtlich genommen 'angezündet' wird.

Produktives Erstellen von Illustrationen im Lernprozess: Im Rahmen unserer Kooperationen mit Schulen und sonstigen Aktivitäten werden die jeweiligen Illustrationen von den Schüler/inne/n während des Lernprozesses produktiv bzw. aktiv erstellt, was unserer Erfahrung nach zu einem besonders großen Lernerfolg führt und vor allem auch Interesse und Motivation bei den Schüler/inne/n hervorruft.

Rezeptiver Einsatz der Illustrationen im Lernwortschatz: Beim Integrieren der entstandenen Illustrationen in unseren Lernwortschatz werden diese den Lerner/inne/n zum Zweck der Lernerleichterung und des besseren Memorisierens hingegen “rezeptiv” vorgesetzt (natürlich aber können die Lerner/innen, eventuell auch auf Anleitung einer Lehrperson, nach dem Vorbild der im Buch abgebildeten Zeichnungen selbst solche anfertigen). Das Endergebnis besteht - sowohl beim aktiven Erstellen als auch beim passiven Betrachten einer Illustration - jeweils im “Sehen” der Bildlichkeit hinter einer Kollokation: Zuerst sieht man tatsächlich das konkrete Bild, und im Anschluss daran wird das Bild im Gedächtnis abgespeichert, d.h. der / die Lerner/in “sieht” das Bild nun (auch) geistig vor sich und die Wendung wird mit dem betreffenden Bild assoziiert.

Willkommen

Italienische Kollokationen
Wortverbindungen der italienischen und deutschen Sprache im Vergleich
Ein Forschungsprojekt

Herzlich willkommen auf unserer Homepage! Hier finden Sie verschiedene Informationen und Beispiele zu italienischen Kollokationen, die im Rahmen eines linguistischen Forschungsprojektes an der Universität Innsbruck (Österreich) gesammelt und 2017 in Form eines Lernwortschatzes (italienisch-deutsch) publiziert werden.

Was sind Kollokationen? Dabei handelt es sich um typische, so genannte "halbfeste" Wortverbindungen einer Sprache, die im alltäglichen Sprachgebrauch sehr wichtig sind, für Fremdsprachenlernende aber oft tückische Fallen darstellen, wenn sie wörtlich von der Muttersprache ausgehend übersetzt werden. So sollte ein Italienischlernender z.B. darüber Bescheid wissen, dass man in dieser Sprache, wenn man einen Nagel in die Wand einschlägt, das Wort für "einpflanzen" verwendet (piantare un chiodo nel muro), dass eine Unterrichtsstunde, wenn sie ausfällt, wörtlich "springt" (la lezione salta), oder dass eine leere / unbespielte CD oder DVD als "jungfräulich" bezeichnet wird (un CD/DVD vergine).

Warum Kollokationen lernen? Kollokationen begegnen uns in der Sprache allerorts und sind essenziell für die tägliche Kommunikation. Da sie in verschiedenen Sprachen aber meist voneinander abweichen, stellen sie für Fremdsprachenlernende einen häufigen Stolperstein dar. Besonders auf einem fortgeschritteneren sprachlichen Niveau werden Fremdsprachler/innen oft noch als solche entlarvt, wenn sie im Kollokationsgebrauch unsicher sind. Während Kollokationen von Muttersprachler/innen schon von Kindheit an als zusammenhängende Einheiten im Gedächtnis abgespeichert sowie intuitiv richtig verwendet und als nichts Auffälliges empfunden werden, sehen Fremdsprachler/innen in ihnen einen "besonderen" Sprachgebrauch, der eigens gelernt und eingeübt werden muss. Wussten Sie z.B. spontan, dass die korrekte Übersetzung für den Tisch decken im Italienischen apparecchiare (und nicht: coprire) la tavola lautet, oder dass Sie, wenn Sie bei einer Tombola eine Nummer ziehen, diese wörtlich "fischen" müssen (pescare un numero)?